| Intro | Austrian composer and pianist |
| Was |
Musician Composer Pianist Professor Educator |
| From | Austria |
| Type |
Academia Music |
| Gender | male |
| Birth | 9 March 1889, Vienna, Austria |
| Death |
16 April 1958, Vienna, Austria (aged 69 years) |
| Star sign | Pisces |
Otto Schulhof (* 9. März 1889 in Wien; † 16. April 1958 ebenda) war ein österreichischer Konzertpianist, Klavierbegleiter, Komponist und Lehrer an der Wiener Musikakademie.
Leben
Otto Schulhof besuchte die „Realschule Radetzkystraße“ im 3. Bezirk. Er schloss 1907 eine Ausbildung zum Konzertpianisten bei Hugo Reinhold am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ab und 1911 das Kompositionsstudium bei Robert Fuchs an der K. k. Akademie für Musik und darstellende Kunst. Er trat solistisch als Pianist auf. Schulhof komponierte Klavierstücke, Kammermusik, Ballette und Lieder. Er transkribierte Themen von Johann Strauss II und führte diese wiederholt selbst auf.
Im Februar 1914 begleitete er das Wunderkind Jascha Heifetz in einem Konzert bei den Wiener Tonkünstlern. Schulhof war Klavierbegleiter vieler großer Solisten, so der Cellistin Senta Benesch sowie der Violinisten Fritz Kreisler, Eugène Ysaÿe, Bronisław Huberman und Jan Kubelík. Er war Liedbegleiter der Sänger Lotte Lehmann, Leo Slezak und Alfred Piccaver. Schulhof begleitete aber auch zahlreiche Tanzabende der Moderne im Wiener Konzerthaus, darunter von Grete Wiesenthal, Tilly Losch und Toni Birkmeyer, Ellen Tels sowie die „Tänze des Lasters, des Grauens und der Ekstase“ von Anita Berber und Sebastian Droste.
Pablo Casals, dessen Partner er auf Konzertreisen war, und er nahmen 1930 die Cellosonate op. 69 und die Cellosonate op. 102,1 von Ludwig van Beethoven auf Schallplatte auf.
Schulhof war Professor für Kammermusik und Instrumentalkorrepetition an der Wiener Musikakademie. Zu seinen Schülern gehörten Hans Kann und Paul Badura-Skoda. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde er von den Nationalsozialisten der Professur enthoben und mit Auftrittsverbot belegt. Ab 1945 war er wieder bis 1954 im Amt. 1949 begleitete er die Violinistin Erika Morini bei ihrem ersten Konzert nach der Zeit des Nationalsozialismus in Wien.
Schulhof erhielt 1907 die Silberne Gesellschaftsmedaille der GdM, 1910 den Staatspreis für Komposition und 1949 die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien.
Kompositionen (Auswahl)
- Klavierquintett op. 4, 1910
- Ballett-Suite op. 19, 1912
- Paraphrase für Klavier und Orchester nach Motiven von J. Strauß, 1932
- Drei Bearbeitungen nach Motiven von Johann Strauss. Ludwig Doblinger, Wien 1991 [Neuauflage]
- Die Moldau: Sinfon. Dichtg; Nr. 2, Fr. Smetana. Bearb.: O. Schulhof
Literatur
- Otto Schulhof. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3046-5.